Das Portal für Offshore-Windenergie

Thema Wind und Wende

20. Jul. 18

Diese Länder setzen auf Offshore-Wind

Nun also auch Barbados! Der Inselsaat in der Karibik treibt seit Kurzem Pläne für einen Einstieg in die Offshore-Windkraft voran. Damit ist er Nummer 29 auf unserer Liste von Ländern, die von der Energieerzeugung auf See profitieren wollen. Energie-Winde nimmt Sie mit zu einer Reise um den Globus.

1
Quelle: 123rf

Schweden

Die Anfänge waren bescheiden, dafür aber waren die Schweden vergleichsweise früh in der Offshore-Windkraft aktiv. Mit den fünf Turbinen des Windparks Bockstigen in der Ostsee erschlossen sie 1997 erstmals das Potenzial, das die starken und stetigen Winde auf dem Meer für die Stromerzeugung bedeuten. Der bisher leistungsstärkste schwedische Offshore-Windpark heißt Lillgrund und ging 2007 mit 48 Anlagen in Betrieb. Ein noch größeres Projekt ist in Planung.

2
Quelle: 123rf

Dänemark

Im dänischen Vindeby begann 1991 die Geschichte der Offshore-Windkraft. Wie schon zuvor bei der Nutzung der Windenergie an Land war der kleine Staat zwischen Nord- und Ostsee damit erneut ein Pionier der Branche. 2017 kamen die dänischen Offshore-Windparks zusammen auf eine Kapazität von 1300 Megawatt weltweit wird gegenwärtig nur in Großbritannien, Deutschland und China mehr Strom auf dem Wasser erzeugt.

3
Quelle: 123rf

Norwegen

Das Land spielt eine bedeutende Rolle bei Europas Energiewende. Aber nicht etwa, weil dort so viele Offshore-Windparks stünden. Im Gegenteil: Bislang gibt es mit dem Schwimmwindprojekt Hywind erst eine einzige Anlage. Norwegen soll vielmehr zu einer Art Akku Europas werden: Wenn Staaten wie Deutschland bei Flaute zu wenig Ökostrom erzeugen, können sie Norwegens gewaltigen Wasserkraftwerke anzapfen und umgekehrt in stürmischen Zeiten ihre Energieüberschüsse durch Seekabel wie Nordlink in den Norden schicken.

4
Quelle: 123rf

Finnland

Die Regierung in Helsinki hat angekündigt, bis 2030 aus der Kohleverstromung aussteigen zu wollen. Nutznießer davon sind allerdings nicht nur die erneuerbaren Energien, sondern auch die Atomkraft. Bis 2024 ist die Inbetriebnahme von zwei neuen Reaktoren geplant. Die Offshore-Windkraft spielt bislang eine untergeordnete Rolle, in der finnischen Ostsee gibt es nur zwei kleine Windparks. Ein deutlich größeres Projekt mit bis zu 400 Megawatt ist allerdings in Planung.

5
Quelle: 123rf

Estland

Dass auch der kleine Baltenstaat Estland den Einstieg in die Offshore-Windenergie vorbereitet, ist kaum bekannt. Dabei sind die Planungen schon recht konkret. Noch in diesem Jahr könnten die Arbeiten an einem Windpark mit bis zu 160 Turbinen gut zwölf Kilometer vor der Küste beginnen. In Medienberichten ist von einer Inbetriebnahme im Zeitraum zwischen 2020 und 2022 die Rede.

6
Quelle: 123rf

Polen

Auf EU-Ebene tritt Polen vor allem als Verteidiger der starken heimischen Kohleindustrie auf. Parallel wächst aber auch die Ökostrombranche. Das Potenzial für die Offshore-Windkraft vor der polnischen Ostseeküste wird in einer Studie auf bis zu acht Gigawatt geschätzt. Erst Anfang dieses Monats hat der norwegische Energiekonzern Statoil mit dem polnischen Versorger Polenergia ein Joint Venture zum Bau von zwei großen Windparks geschlossen.

7
Quelle: 123rf

Deutschland

Fast 1200 Windräder in den deutschen Teilen der Nord- und Ostsee speisen inzwischen Strom ins Netz ein hier finden Sie eine Liste aller deutschen Offshore-Windparks. Ihre Gesamtkapazität liegt bei knapp 5400 Megawatt. Damit steht Deutschland nach Großbritannien auf Rang zwei im globalen Ranking der Länder, die auf Offshore-Windkraft setzten. Mehr als 20.000 Menschen sind direkt in der Branche tätig, die indirekten Beschäftigungseffekte sind sogar noch weitaus größer.

8
Quelle: 123rf

Niederlande

Die Niederlande wagten den Sprung vom Land aufs Wasser zunächst auf dem Ijselmeer, dem durch Eindeichung einer Meeresbucht entstandenen größten Süßwassersee des Landes. Hier drehten sich schon 1994 die ersten Rotoren. Heute treiben die Niederlande den Ausbau der Offshore-Windkraft in der Nordsee energisch voran. Mit einer Kapazität von gut 1120 Megawatt erzeugt das Land schon fast so viel Strom auf dem Meer wie Dänemark. Mehrere große Projekte sind in Planung.

9
Quelle: 123rf

Belgien

Vier große Offshore-Windparks in belgischen Gewässern sind bereits in Betrieb, zwei befinden sich in der Bauphase und weitere drei werden konkret geplant. Damit erschließt auch Belgien trotz seiner eher schmalen Küste von rund 65 Kilometern in zunehmendem Maß das Potenzial der Offshore-Windkraft. Angesichts der Rufe nach einer Abschaltung der pannenbehafteten Atomreaktoren des Königreichs dürfte die Bedeutung erneuerbarer Energien in Belgien weiter wachsen.

10
Quelle: 123rf

Großbritannien

„Britannia rules the waves“, schmettern die Briten mit Inbrunst, und wenn es um die Offshore-Windkraft geht, darf sich das Vereinigte Königreich tatsächlich als unangefochtener Herrscher der Meere fühlen. Die Kapazität der britischen Offshore-Windparks lag Ende 2017 bei knapp 6900 Megawatt und eine ganze Reihe neuer Projekte in der Nordsee und der Irischen See werden derzeit gebaut oder geplant. Auch schwimmende Windkraftanlagen sind darunter.

11
Quelle: 123rf

Irland

In der Irischen See steht zwar bereits ein Dutzend Offshore-Windparks, in irischen Gewässern befindet sich allerdings nur ein einziger davon – der 2003 in Betrieb gegangene Windpark Arklow Bank mit nicht einmal zehn Anlagen. Zwar ist immer wieder von Plänen die Rede, das Projekt in einer zweiten Phase um bis zu 193 Turbinen auszubauen, eine finale Investitionsentscheidung steht allerdings seit Jahren aus.

12
Quelle: 123rf

Frankreich

In Frankreich dominiert seit Jahrzehnten die Atomkraft die Energieversorgung. Sie hat eine starke Lobby, die immer wieder die Vorzüge der Technologie für den Klimaschutz betont – immerhin stoßen Atommeiler kein CO2 aus. Die französischen Offshore-Windkraft dagegen tut sich schwer. Zwar gibt es Pläne für mehrere Projekte im Ärmelkanal und im Atlantik, doch am weitesten ist bislang ein Hersteller schwimmender Windräder, der derzeit seine erste Anlage in Betrieb nimmt.

13
Quelle: 123rf

Spanien

Mit dem Energieversorger Iberdrola und dem Turbinenproduzenten Gamesa stammen zwar zwei prominente Namen der Windindustrie aus Spanien, Offhore-Windräder existieren vor den Küsten des Landes bislang allerdings nicht. Nur auf der Kanareninsel Gran Canaria sind die Spanier schon einen Schritt weiter. Dort entsteht derzeit der Prototyp einer schwimmenden Fünf-Megawatt-Anlage, deren Turm aus Beton sich teleskopartig ausfahren lässt.

14
Quelle: 123rf

Portugal

Wie der große Nachbar Spanien experimentiert auch Portugal mit schwimmenden Offshore-Windrädern. Nach einer einzelnen Pilotanlage auf einem dreieckigen Schwimmkörper aus Stahl soll noch in diesem Jahr ein Windpark mit einer Kapazität von 25 Megawatt im Atlantik errichtet werden. In einem zweiten Schritt ist eine Erweiterung auf bis zu 150 Megawatt im Gespräch, die finale Entscheidung dafür steht allerdings noch aus.

15
Quelle: 123rf

Italien

Der erste Offshore-Windpark im MIttelmeer soll vor der Küste von Apulien tief im Südosten von Italien entstehen. Der Baubeginn des mit zehn Drei-Megawatt-Anlagen aus der Produktion des Turbinenbauers Senvion bestückten Windparks ist für dieses Jahr vorgesehen. Zudem spielt der italienische Ölkonzern Eni Medienberichten zufolge einen Einstieg in die Schwimmwindkraft über eine Partnerschaft mit Statoil aus Norwegen duch.

16
Quelle: 123rf

Griechenland

Auch wenn eine Reihe von Studien zum Potenzial der Offshore-Windkraft in Griechenland durchs Internet geistern und verschiedentlich sogar über konkrete Projekte etwa vor Korfu diskutiert wird dass vor den Küsten des krisengeplagten Staates tatsächlich in absehbarer Zeit große Windparks im Meer stehen, ist unwahrscheinlich. Lediglich ein Projekt für schwimmende Windräder des Unternehmens Seawind befand sich 2017 in fortgeschrittenen Planungen.

17
Quelle: 123rf

Türkei

Noch gibt es kein einziges Offshore-Windrad in den türkischen Teilen von Schwarzem Meer, Ägäis und Mittelmeer, doch die Ankündigung, mit der das türkische Energieministerium Ende Februar überraschte, ist gewaltig: Die Türkei bereitet demnach den Bau des größten Offshore-Windparks der Welt vor. Ziel ist es, die Abhängigkeit des Landes von Energieimporten zu verringern. Bislang liegt der Ökostromanteil in der Türkei bei gut einem Drittel.

18
Quelle: 123rf

Indien

Auch das aufstrebende Indien bereitet derzeit den Einstieg in die Offshore-Windkraft vor. Im Dezember kündigte das Ministerium für erneuerbare Energien an, noch 2018 ein Verfahren zur Ausschreibung von Meereswindparks mit einer Gesamtkapazität von fünf Gigawatt auf den Weg bringen zu wollen. Wichtige Vorarbeiten für die ersten konkreten Projekte wie etwa die Netzanschlussplanung laufen bereits.

19
Quelle: 123rf

Mauritius

Der zu Afrika zählende Inselstaat Mauritius im Südwesten des Indischen Ozeans bezieht seine Energie vorwiegend aus Kohlekraft und Dieselgeneratoren. Bis 2025 will die Regierung allerdings den Ökostromanteil auf 35 Prozent ausbauen. Dazu hat Mauritius im März 2016 offiziell bekundet, auch an der Entwicklung von Offshore-Windparks interessiert zu sein. Ob daraus konkrete Projekte entstehen, ist aber noch offen.

20
Quelle: 123rf

Taiwan

Zu einem Schwerpunkt der Offshore-Windkraft in Asien entwickelt sich der Inselstaat Taiwan. Allein der dänische Energiekonzern Ørsted entwickelt dort vier Windparks und ist an einem fünften beteiligt. Auch der Karlsruher Versorger EnBW und eine Reihe weiterer europäischer Unternehmen aus der Windkraftbranche sind in Taiwan aktiv. Sie alle versprechen sich vom wachsenden asiatischen Markt gute Absatzchancen für ihre Produkte.

21
Quelle: 123rf

China

Einen ganzen Schritt weiter als Taiwan ist der große Nachbar China. Mit einer Gesamtkapazität von 1630 Megawatt liegt das Land hinter Großbritannien und Deutschland auf Rang drei der größten Erzeuger von Offshore-Windenergie. Große Windparks stehen etwa im Gelben Meer und im Ostchinesischen Meer. Zahlreiche weitere Parks befinden sich im Bau oder in Planung. Neben Windkraftturbinen von Siemens kommen dabei unter anderem Anlagen des chinesischen Herstellers Goldwind zum Einsatz.

22
Quelle: 123rf

Südkorea

Auch Südkorea ist schon seit einigen Jahren in der Offshore-Windkraft aktiv. Im Ostchinesischen Meer nahm das Land bereits 2012 die ersten beiden Anlagen eines Demonstrationsprojekts in Betrieb. Ein zweiter Windpark mit zehn Windrädern wurde im vergangenen Jahr eröffnet und ein dritter mit 22 Windrädern könnte noch 2018 folgen. Zwischenzeitlich hatte die Regierung in Seoul sogar davon gesprochen, künftig ein Fünftel des koreanischen Energiebedarfs aus der Offshore-Windkraft decken zu wollen.

23
Quelle: 123rf

Singapur

Wie sehr sich Südostasien zu einem Hotspot für Offshore-Wind entwickelt, belegt eine aktuelle Äußerung von Singapurs Industrieminister S. Iswaran: Demnach könne die maritime Wirtschaft enorm vom Boom der Branche profitieren, indem sie Kapazitäten beim Bau von Arbeits- und Errichterschiffen aufbaut. Zudem engagiert sich Singapur finanziell bei Offshore-Windparks in China. Dass auch vor der Küste des Stadtstaats selbst Windräder gebaut werden, ist aber eher unwahrscheinlich: Seine Fläche entspricht gerade einmal der von Hamburg.

24
Quelle: 123rf

Vietnam

Ganz im Süden von Vietnam laufen derzeit die Arbeiten am ersten Offshore-Windpark des Landes. Das Projekt mit dem Namen Khai Long soll in zwei Ausbaustufen auf insgesamt 100 Windräder anwachsen. Bestückt werden sie mit Zwei-Megawatt-Turbinen von GE. Parallel loten Unternehmen aus Europa und Asien bereits weitere Projekte aus, um den Energiehunger des rasant wachsenden Landes zu stillen.

25
Quelle: 123rf

Japan

Erst Mitte Februar dieses Jahres hat die japanische Regierung angekündigt, in die Offshore-Windkraft einsteigen zu wollen und dazu ein spezielles Fördergebiet auszuweisen. Im Parlament wird bereits seit Ende 2017 über ein Gesetz diskutiert, das einen Rahmen für den Ausbau der Technologie legen soll. Die größtenteils steil abfallenden Küsten machen Japan zu einem bevorzugten Standort für schwimmende Windkraftanlagen. Mehrere Hersteller sind bereits vor Ort mit Testprojekten aktiv.

26
Quelle: 123rf

Australien

Der erste Offshore-Windpark Australiens könnte vor der Küste des Bundesstaats Victoria im Südosten des Kontinents entstehen. Derzeit arbeitet der australische Windparkprojektierer Offshore Energy an einer Machbarkeitsstudie, die Regierung des Bundesstaats unterstützt das Projekt. Im Gespräch sind bis zu 250 Windräder mit einer Gesamtkapazität von 2000 Megawatt.

27
Quelle: 123rf

USA

Mit ihren endlos langen Küsten am Atlantik, dem Golf von Mexiko und am Pazifik sind die USA eigentlich prädestiniert für Offshore-Windräder. Bislang ist allerdings erst ein einziger Park am Netz: fünf Anlagen gut 300 Kilometer nordöstlich von New York. Dabei gab es schon 2001 Planungen für ein deutlich größeres Projekt. Doch der Windpark in der Nähe der Nobelinsel Martha's Vineyard scheiterte nicht zuletzt am Widerstand von Prominenten wie dem Kennedy-Clan. Im zweiten Anlauf soll nun alles anders werden. Sowohl vor der Ost- als auch vor der Westküste sind Projekte geplant, zum Teil auf schwimmenden Fundamenten.

28
Quelle: 123rf

Kanada

Grundsätzlich sind in Kanada nicht nur der Pazifik und der Atlantik, sondern auch die Großen Seen für Offshore-Windparks geeignet. Während sich ein Projekt vor der Küste von British Columbia im Pazifik in einem fortgeschrittenen Planungsstadium befindet, wurde der Plan für einen Windpark im Ontario-See jedoch nach politischem Widerstand des Bundesstaats Ontario aufgegeben. Die Betreiber erhielten eine Entschädigung.

29
Quelle: 123rf

Barbados

Das jüngste Mitglied im Kreis der Länder, die auf Offshore-Windkraft setzen, ist Barbados. Der karibische Inselstaat mit seinen gut 300.000 Einwohnern hat eine ganze Reihe von Studien ausgeschrieben, die das Potenzial der Energieerzeuung in seinen Gewässern analysieren sollen. Im Fokus sind dabei sowohl fest im Meeresboden verankerte als auch schwimmende Windräder. Die EU und die Inter-American Development Bank unterstützen das Projekt.

Artikel speichern gespeichert

Artikel zur Merkliste hinzugefügt