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Thema Mensch und Umwelt

28. Jun. 18

„Einfach machen“

In Teil zwei unserer Serie berichtet Julius Zimmer, 25, Journalist und Pressesprecher aus München, von seinem persönlichen Beitrag zur Energiewende.

Julius Zimmer arbeitet beim Münchner Elektroauto-Start-up Sono Motors. Durch seine Arbeit hat er begonnen, sich auch privat stärker mit Fragen der Nachhaltigkeit und der ökologischen Lebensweise zu beschäftigen.

Ich hatte nie besonders viel mit Autos zu tun, ich besitze noch nicht einmal einen Führerschein. Nach meinem Amerikanistikstudium habe ich erst einmal als Journalist unter anderem für die „HuffPost“ gearbeitet. Über ein Interview lernte ich dann 2016 die Sono-Motors-Gründer kennen und habe eher spaßeshalber einen ihrer Facebook-Post kommentiert. Das war im Rahmen ihres Release-Events. Nach dem Motto „Meine Bewerbung habt ihr schon in eurem Briefkasten“ – und dann haben die tatsächlich zurückgeschrieben: „Wir können uns vorstellen, dass Du für uns die Öffentlichkeitsarbeit machst“. Ich war dann erst Texter, dann einige Monate später Pressesprecher. Ich bin da eher reingeraten, als dass ich mich zielgerichtet dorthin bewegt habe.

Mit dem ganzen Themenkomplex Energiewende, neue Mobilität, erneuerbare Energien hatte ich privat und beruflich davor so viel zu tun, wie man es als halbwegs aufgeklärter, interessierter Mensch und Journalist nun einmal hat. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Auch in das ganze technische Know-how musste ich mich erstmal von null an reinarbeiten. Tatsächlich bin ich dann über den Job Step-by-Step in die Thematik eingestiegen, habe mir die wichtigsten Mechanismen der Elektromobilität angeeignet, auch was die E-Mobilität weltweit angeht. Das war ein Reinwachsen, aber ein leichtes, weil es für mich einfach ein sehr spannendes Thema ist.

„Ein geschärftes Bewusstsein für die Gesamtthematik“

Uns als Unternehmen ist Nachhaltigkeit einfach wichtig, wir wollen nicht einfach Greenwashing betreiben, sondern wirklich etwas verändern. Wir haben eine No-Paper-Policy im Büro, bestellen bei einem Bio-Caterer, beziehen Ökostrom. Am Anfang stand ich dem recht gleichgültig gegenüber, fast schon uninteressiert. Aber dann kommt man ins Reden, ins Probieren und entwickelt ein geschärftes Bewusstsein für die Gesamtthematik und lässt diese auch in seinen privaten Alltag rein.

Der Verzicht auf die Plastiktüte im Supermarkt, klar, die macht schon auch was aus. Aber ich habe das große Ganze gebraucht: das Sono-Motors-Projekt hat mir gezeigt, dass wir tatsächlich in größerem Maßstab was verändern können. Die Achtsamkeit, der Umgang mit den Themen CO2-Emissionen, Umweltschutz und Nachhaltigkeit hat sowohl mein Verhalten als auch mein Denken verändert: Ich gehe bewusster mit dem Thema um, auch in Diskussionen mit anderen beziehe ich klar dafür Positionen, habe den Mut und den Willen dazu und stehe dafür streitbar und konstruktiv ein.

Wir leben ja in einer Katastrophengesellschaft, getrieben von einem zynischen Denken, wonach in 50 Jahren eh nichts mehr geht. Nichts gegen Zynismus, aber der ist nicht wirklich hilfreich. Das hat sich bei mir am meisten durch die Energiewende und durch das Thema Nachhaltigkeit verändert: Es ist alles gar nicht so verzweifelt und schwer, wir müssen es nur auch tun.

Aufgezeichnet von Timour Chafik.

Volker Kühn
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