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Thema Faszination und Technik

20. Jun. 18

Die Windfänger

Die Entwicklung der Windkraftanlagen schreitet ungebrochen voran. Um die größtmögliche Energieausbeute zu erzielen, werden die Offshore-Windräder immer größer. Allerdings tüfteln die Ingenieure auch weiteren Parametern, die sich im Inneren der Anlagen verstecken.

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Quelle: Ørsted

Acht Megawatt: Siemens Gamesa SG 8.0-167 DD

Diese Offshore-Turbine ist das Flaggschiff von Siemens Gamesa. Sie hat eine maximale Leistung von acht Megawatt und ihr Rotordurchmesser beträgt 162 Meter. Im Vergleich: Der Kölner Dom ist „nur“ 157 Meter hoch. Die drei Rotorblätter decken eine Fläche von 21.900 Quadratmeter ab. Das entspricht mehr als der doppelten Fläche eines Fußballfeldes. Ab einer Windgeschwindigkeit von lediglich drei Metern pro Sekunde nimmt die Turbine ihre Arbeit auf und schaltet sich erst bei Sturm (25 Meter pro Sekunde) automatisch ab. Dann drehen sich die Rotorblätter zwölf Mal in der Minute.

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Quelle: MHI Vestas Offshore Wind

Acht Megawatt: MHI Vestas V164-8.0

2014 schlossen sich Vestas Wind Systems und Mitsubishi Heavy Industries zu MHI Vestas Offshore Wind zusammen. Das Modell V164-8.0 hat eine Nennleistung von acht Megawatt; seine Rotoren haben einen Durchmesser von 164 Metern und decken eine Fläche von 21.124 Quadratmetern ab. Die Anlage benötigt eine Mindestwindgeschwindigkeit von vier Metern pro Sekunde, um Energie zu erzeugen, und dreht sich bei 25 Metern pro Sekunde und einer maximalen Drehzahl von 12,1 Umdrehungen pro Minute aus dem Wind.

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Quelle: MHI Vestas Offshore WInd

9,5 Megawatt: MHI Vestas V164-9.5

Das leistungsstärkste Modell der V164-Serie hat eine maximale Kapazität von 9,5 Megawatt. Diese Leistungssteigerungen wurden durch minimale technische Veränderungen erreicht, erklärt das Unternehmen. Das bedeutet konkret: Das Getriebegehäuse wurde verändert und das Kühlsystem erhielt ein Upgrade. Die ersten 100 Turbinen werden vor der Ostküste Schottlands zum Einsatz kommen. Dort entsteht der Offshore-Windpark Morray mit einer Leistung von 950 Megawatt.

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Quelle: Senvion

Zehn Megawatt: Senvion

Senvion plant, sein Portfolio im Multi-Megawattbereich weiter auszubauen und führt zurzeit ein Konsortium an, das sich zum Ziel gesetzt hat, bis zum Jahr 2021 eine Zehn-Megawatt-Turbine zu entwickeln. Genauere Informationen über Bauweise, Größe und eventuelle Besonderheiten hat das Unternehmen noch nicht preisgegeben.
Das bisher leistungsstärkste Modell der 6.X-Offshore-Baureihe der Firma Senvion weist einen Rotordurchmesser von 152 Metern sowie eine Rotorfläche von 18.146 Quadratmetern auf. Ab einer Windgeschwindigkeit von 3,5 Metern pro Sekunde nimmt die Turbine die Arbeit. Sie ist auch für die Arbeit bei sehr starken Winden ausgelegt und schaltet sich erst bei 30 Metern pro Sekunde ab – das entspricht 108 Kilometern in der Stunde. Zum Vergleich: Das Riesenrad im Wiener Prater dreht sich mit einer Geschwindigkeit von 0,75 Metern pro Sekunde.

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Quelle: GE Renewable Energy

Zwölf Megawatt: GE Renewable Energy Haliade-X 12 MW

Noch nicht betriebsbereit, aber in Planung: Die Haliade-X 12 MW von GE Renewable Energy – eine Turbine, die alle Rekorde bricht:  Sie wird 160 Meter hoch sein und ihr Rotordurchmesser wird sagenhafte 220 Meter betragen. Laut Hersteller wird die Turbine 45 Prozent mehr Energie erzeugen als jede andere heute verfügbare Offshore-Windenergieanlage und bis zu 67 Gigawattstunden pro Jahr erzeugen. Das heißt, eine einzige Turbine wird Energie für bis zu 16.000 europäische Haushalte produzieren. Sie soll ab 2021 einsatzbereit sein. GEs bis dato größte Turbine ist die Haliade 150-6MW – die nur etwa die Hälfte der Leistung der geplanten Rekordturbine bringt. Diese getriebelose Turbine hat einen Rotordurchmesser von 150 Metern und ist seit 2012 im Einsatz.

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