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Thema Wind und Wende

15. Mär. 17

Achtung, Satire! Das Video der WAB

Wind energy first!

Mit ihrem Satirevideo haben WAB-Geschäftsführer Andreas Wellbrock und der Kommunikationsberater Peter Mandos einen viralen Hit gelandet. Ein Gespräch mit den Köpfen hinter dem Anti-Trump-Film.

Herr Wellbrock, haben Sie sich schon bei Donald Trump bedankt? Er hat Ihrem Windkraftnetzwerk WAB so viel Aufmerksamkeit beschert, wie es sonst selten bekommt.

Andreas Wellbrock (lacht): Ja, sein Slogan „America first!“ war wirklich eine Steilvorlage. Unsere Persiflage darauf hat schon 8000 Likes bei Facebook. Und auf Youtube klickt sich das Video auch gut.

Achtung, Satire! Das Video der WAB

Das Video der WAB

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=_J_QSxJWkGE

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„Wind energy first!“ – wie kamen Sie auf darauf?

Wellbrock: Durch ein Video, mit dem die Ostfriesen für sich Werbung machen: „Ostfriesland second!“ Als ich das gesehen habe, dachte ich mir: Die Idee ist super, die funktioniert auch mit einem Thema wie Windkraft.

Ein bisschen populistisch, könnte man einwenden.

Wellbrock: Aber populistisch im besten Sinne! Wir verbreiten in unserem Video schließlich keine Fake News, sondern nur Tatsachen. Ich finde das Format besonders passend, weil sich Donald Trump ja klar gegen Erneuerbare ausspricht und alle Beweise zum Klimawandel ignoriert. Wie könnte man das besser aufs Korn nehmen, als mit einer geballten Ladung Fakten, präsentiert in seinem eigenen Tonfall?

Alle Zahlen und Daten in Ihrem Video stimmen?

Wellbrock: Ja! Vielleicht ist mal was gerundet, aber alles auf wissenschaftlicher Basis.

Herr Mandos, Sie haben den Text geschrieben. War es schwierig, Trumps Sprechweise zu imitieren?

Peter Mandos: Das war nicht das Problem. Ich hatte mit seiner Amtsantrittsrede ja eine Originalvorlage. Die habe ich mir intensiv angeschaut, um sie zu filetieren und dann die Kernbotschaften der WAB darüberzulegen. Die Schwierigkeit war etwas anderes.

Andreas Wellbrock (53) ist seit April 2016 Geschäftsführer des Windenergienetzwerks WAB in Bremerhaven. Von ihm stammt die Idee für das Video.

Nämlich?

Mandos: Die erste Version war acht Minuten lang. Das ist viel zu lang für ein virales Video. Wenn Sie in den sozialen Medien Aufmerksamkeit gewinnen wollen, müssen Ihre Botschaften kurz und prägnant sein. Ich habe den Text dann mit meinem Neffen und Mitinhaber Benjamin Mandos auf gut drei Minuten gekürzt.

Im Video klingt der Sprecher tatsächlich wie Trump.

Mandos: Das war ein Profi aus den USA. Wir haben ihm das Skript geschickt, anschließend war es nur noch eine Sache von Stunden, bis die eingesprochene Version zurückkam. Wir haben das Ganze dann mit emotionalen Bildern unterlegt, die wirklich unter die Haut gehen. Für den Cutter war es eine Menge Arbeit, das Material zurechtzuschneiden.

Peter Mandos (65) hat das Skript von „Wind energy first!“ verfasst. Er ist Geschäftsführer der Mainzer Kommunikationsagentur Contentain, die auch die Produktion des Videos übernommen hat.

Emotionale Bilder, persiflierende Texte – wäre es nicht besser, mit sachlich vorgetragenen Argumenten für die Windkraft zu werben?

Mandos: Damit erreichen Sie vielleicht die Fachleute, die ohnehin Bescheid wissen und entweder pro oder contra Energiewende eingestellt sind. Mit Videos wie „Wind energy first!“ versuchen wir, Menschen zu erreichen, die sich gewöhnlich nicht mit Themen wie Windkraft und Klimawandel auseinandersetzen. Wir wollen über den Tellerrand der Branche hinausblicken.

Wellbrock: Und noch mal: Die Fakten im Video stimmen. Was spricht dagegen, sie ansprechend zu verpacken? Windkraftgegner operieren schließlich auch mit emotionalen Kampagnen, manchmal auch mit Unwahrheiten oder Halbwahrheiten.

Zum Beispiel?

Wellbrock: … liest man immer wieder die Zahl von 100.000 bis 200.000 Vögeln, die pro Jahr in Windkraftanlagen umkommen. Die Zahl geht auf den BUND zurück. Was man aber nicht liest, ist die Tatsache, dass 18 Millionen Vögel sterben, weil sie in Fensterscheiben fliegen. Ich will nicht bestreiten, dass die Windkraft ein Eingriff in die Natur ist, aber man muss auch die ganze Wahrheit sehen. Zudem ist der Klimawandel viel gefährlicher für die Natur als Windräder.

Wie sind die Reaktionen auf das Video?

Wellbrock: Zu 99,9 Prozent positiv. Auf Youtube hat jemand aus den USA einen Kommentar geschrieben, der das Video geschmacklos findet. Aber das ist die absolute Ausnahme. Ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg!

Die Fragen stellte Volker Kühn.

Volker Kühn
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