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Thema Wind und Wende

12. Jul. 16

Wellengeschäft in Cuxhaven

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Pionierarbeit: Cuxhaven hat früher als viele andere Standorte an der deutschen Nord- und Ostseeküste auf die Offshore-Windkraft gesetzt. Schon 2008 begann die Firma Cuxhaven Steel Construction (CSC) hier mit der Produktion gewaltiger Fundamente für Windparks. Diese sogenannten Tripods …
… sind eine Entwicklung der Bard-Holding, der Mutterfirma von CSC. Rund 360 Mitarbeiter waren 2009 mit der Produktion dieser gelben Riesen beschäftigt, die für Windräder in Wassertiefen von bis zu 50 Metern geeignet sind. Über den Aufschwung der Offshore-Windindustrie an der Küste ...
… freuten sich auch der damalige Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (links) und sein niedersächsischer Amtskollege Walter Hirche (beide FDP) bei ihrem Besuch der CSC-Produktion im März 2009. Rösler allerdings trug zumindest indirekt zum Niedergang von CSC bei. Denn noch im selben Jahr …
… verkündete Rösler gemeinsam mit dem damaligen Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) die Idee einer „Strompreisbremse“. Um die Kosten der Energiewende zu begrenzen, schlugen sie vor, die Fördersätze für Ökostrom zu kappen. Die Folgen für die Offshore-Windkraft …
… waren fatal: Viele Investoren legten ihre Projekte in der Offshore-Windkraft auf Eis. Zahlreiche Zulieferer rutschten an den Rand einer Pleite – und manche darüber hinaus. Es dürfte nicht zuletzt die Diskussion über die in dieser Form nie umgesetzte „Strompreisbremse“ gewesen sein, die dazu beitrug, dass CSC 2013 den Betrieb einstellte. Für den Standort Cuxhaven allerdings …
… war das Abenteuer Offshore-Wind damit nicht zu Ende. Denn die Stadt hat viel in die junge Industrie investiert und ist gut aufgestellt – etwa dank ihres Schwerlastkais. Von hier aus transportieren gewaltige Spezialschiffe wie die „MPI Discovery“ tonnenschwere Bauteile in die Windparks auf See. Der größte Hoffnungsträger allerdings ist …
… der Industriekonzern Siemens. Er baut in Cuxhaven ein neues Werk zur Produktion von Windturbinen. Das Foto zeigt Siemens-Manager und Politiker beim Spatenstich im Juni dieses Jahres. Wenn das Werk fertiggestellt ist, sollen hier …
… bis zu 1000 Menschen Arbeit finden. Weitere 600 könnten bei Zulieferern beschäftigt werden, die sich auf einer Industriefläche mit einer Größe von gut 24 Fußballfeldern rings um das Werk ansiedeln. Zwei Dinge allerdings bereiten den Verantwortlichen in Cuxhaven Sorgen. Zum einen …
… der jüngst beschlossene Brexit. Noch ist kaum abzusehen, welche Folgen der Austritt Großbritanniens aus der EU haben wird. Siemens hat allerdings bereits den weiteren Ausbau seines Werks im englischen Hull gestoppt. Auch die ersten Aufträge für die Fabrik in Cuxhaven kommen aus Großbritannien. Zum anderen …
… wirft die Neuregelung des EEG zumindest einen Schatten auf Cuxhaven als Standort der Offshore-Windkraft. Nicht wenige befürchten ähnliche Folgen wie nach der Diskussion um die „Strompreisbremse“. Lesen Sie mehr darüber, wie Cuxhaven vor dem EEG zittert, in unserer Reportage „Megafrust statt Megawatt“.

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