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Thema Wind und Wende

20. Jan. 17

Strompreise im internationalen Vergleich

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In Europa liegt der durchschnittliche Strompreis für Haushaltskunden bei rund 0,21 Euro pro Kilowattstunde (kWh). Spitzenreiter: Dänemark ist das Land mit dem höchsten Strompreis in Europa. Die Skandinavier werden mit 0,31 Euro pro Kilowattstunde zur Kasse gebeten. Und auch in puncto Steuern und Abgaben liegen sie mit einem Anteil von 57 Prozent europaweit ganz vorne. Platz zwei geht an Deutschland mit durchschnittlich 0,30 Euro.
Europaweit sind die Kosten für Strom in den letzten Jahren fast überall gestiegen, wenn auch unterschiedlich stark. Im Schnitt erlebten die Verbraucher im Zeitraum von 2005 bis 2015 einen Preisanstieg von satten 56 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 lag der Preis pro Kilowattstunde im europäischen Durchschnitt noch bei knapp 0,17 Euro. Besonders hart hat es die Griechen getroffen: Um 157 Prozent stieg der Strompreis in den letzten Jahren an. In den Niederlanden nur um 0,1 Prozent.
In den USA zahlten die Verbraucher im September 2016 durchschnittlich rund 0,12 Euro pro Kilowattstunde Strom. Jedoch kommt es von Staat zu Staat zu teils erheblichen Schwankungen. Finanziell gesehen lohnt sich das Energiesparen vor allem auf Hawaii: Dort kostet die Kilowattstunden Strom 0,26 Euro. Die Haushalte im Bundesstaat Washington zahlen 0,09 Euro für ihren Strom – rund ein Drittel des deutschen Preises. Doch: Der Stromverbrauch der Amerikaner liegt auch deutlich über dem der deutschen Verbraucher.
Während des Wahlkampfs in den USA im Jahr 2016 entflammten zwischen den Kandidaten lebhafte Debatten rund um die Energieversorgung. Der Tenor des gewählten Präsidenten Donald Trump: Mithilfe der fossilen Energieträger sollen die Strompreise sinken, die Dekarbonisierung der Energieversorgung soll gestoppt werden. Doch auch in den USA steigen die Preise für Kohle und Erdöl – während Ökostrom immer günstiger wird.
Die asiatischen Strommärkte unterscheiden sich stark von denen in Europa oder Nordamerika. So gibt es beispielsweise in China und Südkorea keinen liberalisierten Strommarkt oder Handel. Stattdessen legt der Staat die Preise fest – und übernimmt im Zweifelsfall auch Kosten, wenn Strompreiserhöhungen drohen. Der Strom für Privathaushalte in China zum Beispiel wird über günstige Einspeisetarife der Elektrizitätsproduzenten subventioniert – die wiederum durch die Städte quersubventioniert werden.
Die Energiefrage ist in Indien Chefsache: Präsident Narendra Modi will die Kohleproduktion massiv ausbauen, so die Energiearmut bekämpfen und das Land damit unabhängiger von Importen machen. Ein weiteres Ziel: Bis 2022 soll die installierte Solarenergieleistung auf 100 Gigawatt anwachsen. Subventionen drücken den Strompreis für den Endverbraucher schon jetzt: In Goa liegt der Strompreis bei umgerechnet 0,02 Euro pro Kilowattstunde, am teuersten ist er mit 0,09 Euro in West-Bengalen.

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