Das Portal für Offshore-Windenergie

Thema Wind und Wende

08. Sep. 15

Briten, Deutsche und Dänen führend bei Offshore

Der Ausbau der Offshore-Windenergie geht in Großbritannien und Deutschland zügig voran. Das Pionierland Dänemark verlangsamt das Tempo, bleibt aber auf dem dritten Rang, vor Belgien, den Niederlanden und Schweden.

Dänemark und Großbritannien haben ihre Offshore-Windparks bisher ausschließlich in Küstennähe errichtet. Zu den zwölf dänischen Windparks gehört zum Beispiel der dänische Windpark Horns Rev.

Die ersten Offshore-Windparks entstanden im flachen Wasser der dänischen Ostsee. Weil diese Windparks in Küstennähe mit relativ wenig Aufwand errichtet werden können, blieb Dänemark diesem Prinzip weitgehend treu.

Bisher wurden in dänischen Gewässern zwölf Windparks mit einer Gesamtleistung von 1.271 Megawatt (MW) installiert, und zwei stehen in der Nordsee. Die Steigerung der Leistung auf 2.750 MW bis 2020 ist geplant.

Schweden folgte dem dänischen Beispiel und hat bisher fünf Windparks in der Ostsee und einen in einem Binnensee errichtet. Ob die Gesamtleistung über die bisher erreichten 216 MW hinaus gesteigert werden soll, ist noch nicht entschieden.

Ähnliches gilt für die Niederlande, wo bisher vier Windparks mit 247 MW Leistung errichtet wurden. Zwei dieser Windparks stehen im Ijsselmeer und zwei in der Nordsee. Die fünf Windparks, die in Belgien errichtet wurden, kommen auf eine Gesamtleistung von 713 MW.

In Deutschland konzentriert sich der Ausbau der Offshore-Windenergie auf die Nordsee. Die Windparks sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, mindestens 30 Kilometer von der Küste entfernt und stehen in relativ großer Wassertiefe. Die Windparks werden in vier Clustern zusammengefasst. Es handelt sich um Windpark-Gruppen, in deren Zentrum jeweils ein Einspeisepunkt liegt.

Von diesen „Steckdosen im Meer“ ausgehend, leiten Seekabel den Strom zur Küste ab. Zwei dieser Cluster liegen nördlich von Borkum, einer nördlich von Helgoland und einer westlich von Sylt. In der Ostsee stehen bisher zwei Windparks. Die Gesamtleistung wird zum Jahresende insgesamt etwa 3.300 MW erreichen. Bis 2020 soll die installierte Leistung auf 6.500 MW anwachsen.

Großbritannien folgte ab 2003 dem dänischen Beispiel und errichtete die Windparks ausschließlich in Küstennähe. Rings um die britischen Inseln sind bisher 26 Windparks mit einer Gesamtleistung von 4.504 MW entstanden. Die Windparks sind nicht gleichmäßig verteilt, sondern es gibt „Ballungszentren“ vor den Flussmündungen und in der Irischen See.

In Zukunft werden – ähnlich wie in der Deutschen Bucht – ausgedehnte Cluster in großer Entfernung von der Küste entstehen. Der Ausbau geht in großen Schritten voran. Es wird damit gerechnet, dass bis 2020 insgesamt 16.300 MW ans Netz angeschlossen sind.

Ricarda Schuller
Artikel speichern gespeichert

Artikel zur Merkliste hinzugefügt