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Thema Wind und Wende

10. Nov. 17

Die sieben größten Windradhersteller weltweit

Die Windkraft ist eine Branche, die weltweit Milliarden umsetzt. Rankings der größten Anlagenhersteller fallen je nach Maßstab unterschiedlich aus – mal wird nach Umsatz gemessen, mal nach Zahl der errichteten Anlagen. Diese Übersicht orientiert sich an den neu gebauten Turbinen im Jahr 2016.

1
Quelle: Vestas Wind Systems A/S

Vestas (Dänemark)

An der Spitze des Rankings steht ein Branchenpionier aus Dänemark: 2016 feierte Vestas das erfolgreichste Jahr seiner Geschichte. Das Unternehmen mit Sitz in Aarhus kam auf einen Umsatz von 10,2 Milliarden Euro und einen Gewinn von 995 Millionen Euro. 16,5 Prozent aller im vergangenen Jahr weltweit neu gebauten Anlagen stammen laut Zahlen von Statista von den Dänen. Für Aufsehen sorgte kürzlich MHI Vestas Offshore, ein Joint Venture mit Mitsubishi aus Japan: Dessen 9,5-Megawatt-Turbine wurde als bevorzugter Lieferant eines gewaltigen Offshore-Windparks mit 100 Windrädern vor der Küste Schottlands ausgewählt.

2
Quelle: GE Renewable Energy

GE (USA)

Auf Platz zwei folgt der Industriegigant GE aus den USA. Er lieferte 12,3 Prozent aller 2016 errichteten Windkraftanlagen aus. Trotz der Wahl des bekennenden Kohlekraftfreundes Donald Trump zum US-Präsidenten dürfte sich das rasante Wachstum von GE in der Windenergie auch künftig fortsetzen. Denn auf dem Heimatmarkt, auf dem GE traditionell eine besonders starke Stellung hat, ist die Nachfrage weiterhin hoch. Der US-Konzern wächst dabei nicht nur aus eigener Kraft, sondern auch durch Zukäufe. 2015 übernahm GE die Energiesparte von Alstom, 2016 den dänischen Rotorblattpionier LM Wind Power.

3
Quelle: Goldwind

Goldwind (China)

Sein Name ist hierzulande nicht jedem geläufig, aber der chinesische Konzern Goldwind ist längst ein Schwergewicht der Windkraftbranche. Mit einem Marktanteil von 12,1 Prozent landete er im vergangenen Jahr nur knapp hinter GE auf Rang drei. Als einem der wenigen chinesischen Hersteller gelingt es Goldwind zunehmend, auch ausländische Märkte zu erobern. 2014 ist das börsennotierte Unternehmen zudem in die Offshore-Windkraft eingestiegen: An der Küste der ostchinesischen Provinz Jiangsu wurde der Prototyp einer Sechs-Megawatt-Turbine errichtet.

4
Quelle: Siemens

Siemens (Deutschland)

Durch die Fusion mit Gamesa aus Spanien rückt Siemens auf Platz vier in diesem Ranking vor. Die Deutschen haben zum April dieses Jahres 59 Prozent des spanischen Herstellers übernommen. Die neue Marke Siemens Gamesa Renewable Energy hat ihren Hauptsitz in Spanien, wobei die Offshore-Aktivitäten in Deutschland und Dänemark gebündelt sind. Rechnet man die Marktanteile der Fusionspartner zusammen, landet man für 2016 bei 10,9 Prozent. Zuletzt meldete der Konzern allerdings einen herben Gewinn- und Umsatzeinbruch, dem bis zu 6000 der 26.000 Stellen zum Opfer fallen könnten.

5
Quelle: BWE/Enercon

Enercon (Deutschland)

Enercon, gegründet 1984 im ostfriesischen Aurich, verkauft seine Turbinen längst in der ganzen Welt. Bekannt sind sie für ihr Design, das vom britischen Stararchitekten Sir Norman Foster stammt, und für eine technische Besonderheit: Sie kommen im Gegensatz zu den Produkten der Konkurrenz ohne Getriebe aus. Die Ostfriesen konzentrieren sich ausschließlich auf Onshore-Windräder. 2016 hatten sie einen Anteil von 6,6 Prozent am Weltmarkt. Der Gründer des Ökopioniers, Aloys Wobben, zählt mit einem geschätzten Vermögen von 7,5 Milliarden Euro im Jahr 2015 zu den reichsten Deutschen.

6
Quelle: Nordex SE

Nordex (Deutschland)

Annähernd in derselben Liga wie Enercon spielt auch ein anderer deutscher Hersteller: Nordex aus Rostock. Wie Siemens hat auch er sich mit einem spanischen Rivalen zusammengetan, um zu wachsen. Doch nach dem Kauf von Acciona im April 2016 produzierte Nordex zunächst vor allem Negativschlagzeilen: Für 2018 rechnet der Konzern mit deutlich weniger Gewinn, als ursprünglich erwartet. Die Aktie brach nach dieser Meldung um 30 Prozent ein. Zusammen kamen Nordex und Acciona 2016 laut Statista auf einen Marktanteil von fünf Prozent. Andere Quellen wie FTI Consulting sehen den Wert etwas niedriger.

7
Quelle: Senvion

Guodian United Power (China)

Der chinesische Energieversorger Guodian ist ein Riese, dessen Kraftwerkspark den deutscher Konzerne wie Eon oder RWE bei Weitem übersteigt. Seine Windkrafttochter United Power profitiert enorm vom Boom der Branche in China. Im vergangenen Jahr lag der weltweite Marktanteil des in Deutschland fast unbekannten Unternehmens bei 4,2 Prozent. Auch auf den weiteren Plätzen im Ranking folgen mit Namen wie Mingyang, CSIC Haizhung und Seewind chinesische Unternehmen. Das nächstgrößere aus Deutschland ist Senvion (im Bild) mit einem Anteil von 2,5 Prozent.

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