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Thema Wind und Wende

20. Apr. 17

Zeitenwechsel auf Helgoland

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Der Postkartentraum einer Ferieninsel: Sonnenschein an den Hummerbuden, eine frische Brise im Gesicht – Helgoland, das Urlaubsparadies in der Nordsee. So freundlich zeigt sich die Insel aber nicht immer. Manchmal ist schon die Anreise …
… ausgesprochen ungemütlich. Bei dieser Überfahrt im Januar hat ein eisiger Wind sämtliche Besucher ins Innere der Fähre vertrieben. Nicht, dass überhaupt viele Gäste an Bord wären. Der Tourismus auf Helgoland war schon immer ein Saisongeschäft. Während im Sommer Hochbetrieb herrscht, …
… sieht es im Winter eher so aus: eine verwaiste Straße im Unterland. Allerdings ging auch die Zahl der Sommergäste über lange Jahre zurück. Die Zeit der Butterfahrten, die noch in den Achtzigern Tagesgäste in Massen auf die Insel spülte, ist vorbei. Zum Niedergang des Tourismus trug auch …
… die heute oft angestaubt wirkende Inselarchitektur bei. Alles, was auf Helgoland steht, ist nach 1952 entstanden – denn nach dem Zweiten Weltkrieg hatten die Allierten die Insel als Bombenabwurfplatz genutzt und die alte Bebauung zestört. Doch inzwischen hat die Insel, …
… ein zweites Standbein neben dem Tourismus: die Offshore-Windkraft. Drei Energiekonzerne warten von Helgoland aus ihre Windparks. Manchmal liegt der Südhafen voller Katamarane, mit denen sie ihre Crews raus in die Nordsee bringen. Die RWE-Tochter Innogy …
… hat in der Nähe des Hafens Appartments für ihre Mitarbeiter gebaut (rechts im Bild), die die Architektur der Hummerbuden aufnehmen. Das ganze Jahr über sind Technikertrupps und Monteure vor Ort. Auch eines der bekannteste Hotels der Insel, …
… das „Atoll“, ist von Windkraft-Mitarbeitern belegt. Das weiße Gebäude mit Blick auf die Badeinsel Düne hebt sich von der üblichen Bebauung in der Unterstadt ab. Die Angestellten der Windfirmen bringen auch im Winter Leben auf die Insel – und Geld. Inzwischen ziehen aber auch …
… die Touristenzahlen wieder an. Schließlich hat Helgoland einiges zu bieten. Vor allem der Vogelfelsen Lange Anna, ein bundesweit bekanntes Wahrzeichen, lockt die Besucher auf Deutschlands einziges Hochsee-Eiland. Um seine Zukunft zu sichern, setzt Helgoland …
… deshalb auf beides: Tourismus und Industrie. Der Südhafen soll weiter ausgebaut werden, zudem versucht sich die Insel, als exklusiver Tagungsort zu vermarkten. Gut möglich also, …
… dass Hotels wie diese künftig noch besser ausgebucht sind. Selbst wenn ein besonders eisiger Januarwind um die Häuser bläst.

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