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Thema Wind und Wende

11. Nov. 15

Gode Wind: Deutschlands größter Offshore-Windpark

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Einer der ersten Bauschritte in jedem Offshore-Windpark ist die Installation der Umspannstation. Bei Gode Wind wurden zwei Umspannstationen installiert, da es bei einer Gesamtgröße von 582MW Gesamtleistung notwendig war. Hier verlässt das Installationsschiff den Hafen im niederländischen Vlissingen mit den Umspannstationen.
Der Windpark Gode Wind hat zwei Ausbaustufen: Gode Wind 1 und 2. Hier ist die Umspannstation von Gode Wind 1 auf ihrem Weg ins Baufeld, wo dann die Errichtung erfolgt. Gode Wind liegt rund 33 Kilometer vor den deutschen Inseln Juist und Norderney.
Bei der Installation der Umspannstation im Juni dieses Jahres hat das Unternehmen DONG Energy ein Kameraüberwachungssystem eingesetzt, das am Kran montiert war. Das erleichterte dem Kranfahrer das Navigieren der schweren Fracht und schließlich das Aufsetzen auf die Plattform.
Das Installationsschiff Hermod mit einer der beiden Umspannplattformen. Solche Kranschiffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch in großen Wassertiefen einsatzfähig sind. Mit der Kraft mehrerer Propeller halten sie sich dynamisch über Wasser und sind dabei stabil genug, um Installationsarbeiten durchzuführen.
Auf einer Offshore-Umspannstation befinden sich zwei Transformatoren, die den von den Windkraftanlagen erzeugten Strom auf das Spannungsniveau des Hochspannungsnetzes umwandeln. Beide Gode Wind Umspannstationen sind mit je zwei Seekabeln an die große Konverterstation des Netzbetreibers angeschlossen. Hier wird der Strom von Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt.
Vor jedem Arbeitstag offshore darf eines nicht fehlen: das sogenannte Toolbox-Meeting. Hier bespricht das Team den Arbeitstag und die Abläufe. Da Sicherheit ein wichtiges Thema für alle Offshore-Arbeiten ist, ist dieser Aspekt auch für die Toolbox-Meetings wichtig. Getreu nach dem Motto: „The safe way or no way“.
Um die strengen Lärmauflagen der Genehmigungsbehörde einzuhalten, setzte das Unternehmen DONG Energy bei der Fundamentinstallation auch den sogenannten großen Blasenschleier ein. Dabei werden mit einem Schlauch und Luft Blasen um die Installationsstelle herum produziert, welche den entstehenden Lärm deutlich dämmen.
Die Vorgaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie, das den Bau von Offshore-Parks genehmigt, sind streng. Maximal ein Schallpegel von 160 Dezibel ist erlaubt. Diese Vorgabe dient dem Schutz der Meerestiere, welche durch den Bau von Offshore-Windparks nicht beeinträchtigt werden dürfen.
Eine weitere Schallschutzmaßnahme ist das sogenannte Schallschutzrohr. Das Schallschutzrohr dämmt nicht nur den Lärm, sondern hilft auch bei der Installation, da es wie eine Führungsschiene wirkt. So ist es einfacher, die im Durchmesser 7,5 Meter breiten XXL-Fundamente der Windkraftanlagen zu platzieren.
Zum Fundament einer Offshore-Windkraftanlage gehört das gelbe Transition Piece. Das verbindet das Fundament mit dem Turm der Windkraftanlage .
An jedem Transition Piece befindet sich eine Leiter, die die Offshore-Mitarbeiter zum Besteigen der Windkraftwerke nutzen. Das ist auch für die spätere Wartung und Instandsetzung des Windparks wichtig: Das Serviceschiff fährt dann nah an das Transition Piece heran, so dass die Mitarbeiter das Windrad für die Wartungsarbeiten erklimmen können.
Ein weiterer wichtiger Schritt bei dem Bau jedes Windparks ist die Kabelinstallation. Die Kabelverladung erfolgte bei Gode Wind vom deutschen Nordseehafen Nordenham aus. Auf dem Installationsschiff SIA werden die Kabel auf dem Kabel-Highway gelagert.
Im Installationsfeld angekommen, legt die Installationsmannschaft die Seekabel des windparkinternen Kabelnetzes auf den Meeresboden. Die Kabel werden beim Verlegen in den Boden eingegraben, um sie vor Beschädigungen zu schützen. Die Seekabel verbinden die Windkraftanlagen mit den Umspannstationen.
Um den erzeugten Strom aus den Windkraftanlagen abzutransportieren, müssen die Kabel vom Meeresboden aus in die Windkraftanlagen eingezogen werden. Auf dem Bild sieht man den Boden des Transition Pieces, durch welchen das Kabel herausschaut. Es wird nun fest in der Anlage fixiert.
Das Kabelinstallationsschiff SIA der Reederei A2Sea vor einem Transition Piece. Im Schnitt ist das Schiff fünf Tage draußen, um die Kabel zu installieren. Dann kehrt es zurück zum Hafen Nordenham und neue Kabel werden verladen. Während des Aufenthalts auf hoher See sind die Mitarbeiter auf dem Installationsschiff untergebracht.
Im August diesen Jahres wurde das erste Windrad im Windpark Gode Wind errichtet. Dafür müssen die Fundamente inklusive Transition Piece (vorne im Bild) vollständig installiert sein.
Insgesamt werden im Windpark Gode Wind 97 Windkraftanlagen errichtet. Jede dieser Anlagen hat eine Leistung von sechs Megawatt. Insgesamt beträgt die Leistung 582 Megawatt.
Damit werden die Windkraftanlagen nach ihrer Inbetriebnahme 2016 genug umweltfreundlichen Strom produzieren, um umgerechnet 600.000 deutsche Haushalte zu versorgen – das reicht rechnerisch für eine Metropole wie Hamburg. Mit Gode Wind entsteht derzeit der größte Windpark Deutschlands.

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