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Thema Mensch und Umwelt

31. Dez. 15

Der Einsatzort für Service-Techniker für Offshore-Windparks ist die raue See. Wind und hoher Wellengang sind ständige Begleiter.

„Wir wettern das schlechte Wetter ab”

Ein Interview mit dem Offshore-Servicetechniker Mark Schneider zeigt, dass Angst kein guter Ratgeber ist.

Der Einsatzort für Service-Techniker für Offshore-Windparks ist die raue See. Wind und hoher Wellengang sind ständige Begleiter.

Mark Schneider ist gelernter Kfz-Mechaniker, stieg aber vor 17 Jahren in die Offshore-Windbranche ein. Heute arbeitet der Mitarbeiter des Dienstleisters AllCon überwiegend in Offshore-Windparks, wo er die Windanlagen auf hoher See wartet. Ein typischer Arbeitstag beginnt morgens an der Pier. Schneider und seine Kollegen besteigen sogenannte Crew Transfer Vessels (kurz: CTVs), die sowohl Personal als auch Werkzeug und Material zu den Offshore-Windparks transportieren. Zwei Wochen wartet er dort die Windturbinen, dann hat er zwei Wochen frei.

Sie arbeiten in luftiger Höhe, über eiskaltem Wasser – Haben Sie noch Angst bei Ihrem Job?
Angst nicht, aber Respekt auf jeden Fall. Die Sicherheitsvorschriften sind sehr umfassend und alle Wartungsarbeiter passen auf hoher See sehr gut auf. Unfälle können überall passieren, doch wer sich an die Regeln hält, muss keine Angst vor den Gefahren haben.

Wie sieht so ein Arbeitsalltag bei Offshore-Wind aus?
Wir sind ein Team von drei Technikern. Bei der Wartung prüfen wir beispielsweise den Stand der Ölbehälter, Generatorbürsten und den Zustand der Elektrik. Ölwechsel führen wir nicht durch, dafür gibt es in der Branche spezialisierte Unternehmen.

Welche Voraussetzungen muss ein Servicetechniker für Offshore-Wind mitbringen?
Den einen klar definierten Ausbildungsweg, mit dem Servicetechnikerinnen und Servicetechniker in Offshore-Windparks arbeiten können, gibt es so noch nicht. Die Branche ist ja noch sehr jung.

Viele Servicetechniker arbeiten jedoch zunächst ein paar Jahre onshore, also in Windparks an Land. Dann durchlaufen sie Sicherheitslehrgänge und werden fachlich auf den neuesten Stand gebracht, was die Arbeit in Offshore-Windparks angeht. Zwingend müssen mehrere Sicherheitszertifikate abgelegt werden.

Was machen Sie eigentlich bei schlechtem Wetter, wenn die Transferschiffe nicht mehr fahren dürfen?
Wir ziehen uns auf das Hotelschiff zurück. Da gibt es viele Angebote: Fitnesscenter, einen Kinosaal oder man trifft sich in der Lobby, um sich zu unterhalten. Wir wettern das schlechte Wetter ab.

Wie sieht Ihre persönliche Schutzausrüstung aus?
Zuerst einmal tragen wir wasserfeste Außenbekleidung – Hose und Jacke wie auch die Arbeitsstiefel und Handschuhe. Rettungswesten sind ebenso Pflicht wie auch Helme. Sinkt die Wassertemperatur auf unter 12 Grad Celsius, tragen die Servicetechniker vorschriftsmäßig einen Überlebensanzug.

Iris Franco Fratini
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