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Thema Mensch und Umwelt

23. Aug. 16

Im Offshore Center im Bremenhavener Klimahaus kann der Besucher interaktiv werden.

Windenergie zum Anfassen

Windparks finden wir in ganz Deutschland. Doch wo kann man mehr über Offshore-Windenergie erfahren oder einen Windpark besichtigen? energie-winde.de hat die besten Ausflugsziele zusammengestellt.

Ausblick auf den Offshore-Windpark Meerwind aus der Luft.

Offshore-Windpark „Meerwind“ vor Helgoland – aus der Luft und vom Wasser aus erleben

Von Katharina Wolf

Über Offshore-Windenergie wird viel gesprochen, geschrieben und diskutiert. Aber wie sieht ein Offshore-Windpark eigentlich aus der der Nähe aus? Wer das erleben möchte, startet am besten auf Deutschlands einziger Hochseeinsel Helgoland.

Der Windpark liegt 23 Kilometer von der Insel entfernt und gehört mit insgesamt 80 Anlagen der 3,6-MW-Klasse zu den eher kleineren Parks - wobei auch hier die oberste Blattspitze einer Anlage 150 Meter erreicht und damit nur sieben Meter niedriger ist der Kölner Dom.

Meerwind ist seit seiner Fertigstellung im September 2014 einer der ersten kommerziell betriebenen Parks vor deutschen Küsten. Rund 150 Helgoländer arbeiten dort im Bereich Wartung und Service der Turbinen.

Zu einem echten Highlight wird dieser Ausflug mit dem Flugzeug der Ostfriesischen Flugdienst GmbH (OFD). Das hebt jeden Mittwoch und Samstag um 10 Uhr am Flugplatz Helgoland ab und fliegt in einer 20-minütigen Tour rund um den Windpark. Weitere Flugtage sind auf Anfrage möglich, versichert die OFD. Mindestens sechs Personen müssen pro Flug dabei sein, die Kosten liegen bei 60 Euro für Erwachsene und 50 Euro für Kinder unter zwölf Jahren. Tickets gibt es am Schalter der OFD am Flughafen, um eine telefonische Voranmeldung unter 04725/411 wird gebeten.

Urlauber, aber auch Einheimische, die ein bisschen mehr Zeit mitbringen und die Anlagen lieber vom Meeresspiegel aus betrachten wollen, starten im Südhafen Helgolands mit dem „Halunder Jet“. Der Katamaran legt in diesem Jahr noch am 13. September um 13.15 Uhr Richtung Windpark Meerwind ab. Während der 90-minütigen Erlebnisfahrt genießen die Erwachsenen das sanfte Schaukeln der Wellen und den Ausblick auf das Meer, während für die kleinen Gäste Brettspiele und eine Kinderbücherei bereitstehen. Zudem informiert ein Video des Betreibers WindMW über die Herausforderungen beim Bau und Betrieb des Windparks. Für weitere Fragen ist außerdem ein fachkundiger Experte mit an Bord.

Eine Fahrt kostet 30 Euro, Kinder fahren für 17 Euro mit. Fahrkarten gibt es telefonisch unter 0461/864-44, bei der Kurverwaltung Helgoland und bei den FRS Helgoline Fahrkartenschalter in Hamburg, Wedel, Cuxhaven und auf Helgoland.

Weitere Auskünfte zum Flug gibt es bei der OFD unter Tel. 04725/411 oder unter www.fliegofd.de Informationen zur Schiffstour gibt FRS Helgoline unter Tel. 0461/864-44 und unter www.helgoline.de

Im Offshore Center im Bremenhavener Klimahaus kann der Besucher interaktiv werden.

Fast wie auf dem Meer: Das Offshore Center im Klimahaus

Wer nicht von Helgoland aus in die Lüfte steigen kann oder will, der muss auf den Blick von oben dennoch nicht verzichten. Denn im Klimahaus Bremerhaven lädt das Offshore Center zu einem Flugerlebnis am Boden ein: Im Simulator übernehmen die Besucher die Rolle eines Hubschrauberpiloten und können so Offshore-Windparks aus der Luft bestaunen.

Und es gibt noch mehr zu entdecken: Auf 300 Quadratmetern zeigt die Ausstellung Schritt für Schritt, wie ein Offshore-Windpark entsteht – von der ersten Idee bis zur Realisierung. Die fünf Bereiche Vision, Konstruktion, Produktion, „Auf See“ sowie Zahlen & Fakten behandeln jeweils einen Aspekt des Entstehungsprozesses eines Windparks.

Sie vermitteln einen Eindruck davon, wie viele Menschen an der Realisierung eines Parks beteiligt sind oder wie es ist, als Service-Techniker auf hoher See zu arbeiten. Gleichzeitig zeigt das Klimahaus auf spektakuläre Weise die Vielfalt der Erde und die Besonderheiten des Klimas - und nicht zuletzt, warum es so wichtig ist, dieses zu schützen.

Klimahaus Bremerhaven 8° Ost
Am Längengrad 8, 27568 Bremerhaven

www.klimahaus-bremerhaven.de

Öffnungszeiten

September bis März: 10 bis 18Uhr
April bis August: Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr, am Wochenende und feiertags von 10 bis 19 Uhr

Eintrittspreise

Erwachsene: 15 Euro
Ermäßigt: 11 Euro
Kinder unter vier Jahren frei
Familienkarte ab 33 Euro

Das Schifffahrts- und Schiffbaumuseum in Rostock befindet sich in einem alten Frachtschiff.

Schwimmendes Museum in Rostock

Nicht nur an der Nord-, sondern auch an der Ostsee wird Strom mit Hilfe der Offshore-Windenergie erzeugt.
Da immer mehr Werften sich in diesem Bereich engagieren, hat das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum in Rostock ein Infocenter Offshore eingerichtet.

Der eigentliche Schwerpunkt des Museums liegt auf der Entwicklung des Schiffbaus an der Ostsee - vom slawischen Einbaum bis hin zur modernen Fertigung von stählernen Fracht- und Spezialschiffen. Deshalb ist das Gebäude selbst schon ein besonderes Ausstellungsstück: das Frachtschiff Danzig. Es beherbergt Deutschlands größtes schwimmendes Museum. Besucher können neben den Ausstellungen in den ehemaligen Frachträumen auch die Brücke oder die Mannschaftkabinen besichtigen.

In einer kleinen Ausstellung präsentiert das Museum einen Überblick über die Offshore-Windbranche. Es erklärt, wie ein Windpark gebaut wird, wie der Netzanschluss funktioniert und welche Fundamente die tonnenschweren Maschinen tragen. Plakate zeigen Arbeitsfelder in der Offshore-Windindustrie und geben einen Überblick über bereits gebaute und geplante Windparks.

Schiffbau- & Schifffahrtsmuseum Rostock
Schmarl-Dorf 40, 18106 Rostock
www.schifffahrtsmuseum-rostock.de

Öffnungszeiten
Juli und August: täglich von 10 bis 18 Uhr
September und Oktober: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
November bis März: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr
April bis Juni: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Eintrittspreise
Erwachsene: 4 Euro
Ermäßigt: 2,50 Euro
Kinder unter sechs Jahren frei

Im Deutschen Museum in München gibt es eine Ausstellung, die sich nur den erneuerbaren Energien widmet.

Windparks planen im Deutschen Museum

Das Deutsche Museum in München hat sich auf die Fahnen geschrieben, Naturwissenschaften und Technik erlebbar zu machen. Da dürfen natürlich auch die erneuerbaren Energie und insbesondere die Windenergie nicht fehlen. In vielen Bereichen des Museums gibt es Exponate zum Thema Energie, doch eine Ausstellung konzentriert sich ganz auf die regenerativen Quellen.

Besucher mit einem Faible für technische Fragen erfahren unter anderem, wie eine Windenergieanlage funktioniert und wie Rotorblätter aufgebaut sind. Außerdem gibt es einen Überblick über die Entwicklung der modernen Windenergienutzung in Deutschland und eine echte Kleinwindanlage.

Um das Thema Windenergie erlebbar zu machen und die politischen Hintergründe besser zu verstehen, können die Besucher ihren eigenen Windpark als Modell planen und den besten Platz für ihre Anlagen finden - ein Feedback informiert darüber, wie klug die Wahl war. Darüber hinaus gibt es Exponate und Informationen zu den anderen regenerativen Energien und zu der Frage, wie CO2 eingespart werden kann.

Noch in Vorbereitung ist derzeit die Sonderausstellung „energie.wenden“, die am 15. Februar 2017 ihre Pforten öffnet. Auf 100 Quadratmetern zeigt sie Möglichkeiten und Akteure der Energiewende - nicht nur aus Deutschland, sondern aus der ganzen Welt. So gibt es unter anderem ein Kleinstwasserkraftwerk zu bestaunen, das vielfach in Entwicklungsländern eingesetzt wird. Neben der Stromversorgung geht es auch um Wärme, Mobilität und Produktion.

Deutsches Museum
Museumsinsel 1, 80538 München
www.deutsches-museum.de

Öffnungszeiten
Täglich von 9 bis 17 Uhr

Eintrittspreise
Erwachsene: 11 Euro
Kinder von sechs bis 15 Jahren, Schüler, Studenten Azubis: 4 Euro
Familienkarte 23 Euro

Die Entwicklung der Windenergie erleben Besucher hautnah auf dem Piesberg, dem höchsten Punkt Osnabrücks. Hier steht eine alte 500 KW-Anlage neben moderneren Zwei-Megawatt-Windkraftanlagen.

Ganz dicht dran: Besichtigung des Windparks Piesberg in Osnabrück

Schon seit 1990 drehen sich am höchsten Punkt Osnabrücks, 110 Meter oberhalb der Stadt, Windenergieanlagen. 2010 wurden die alten Turbinen gegen drei moderne Anlagen der Zwei-Megawatt-Klasse getauscht. Nur ein Veteran, eine E-40 mit einer Leistung von 500 Kilowatt (kW) hat noch eine Schonfrist bis 2017 bekommen.

Der Grund: Direkt am Windpark liegt ein Steinbruch und die kleine Windmühle steht an einer Stelle, die noch für den Gesteinsabbau genutzt wird.

Bei einer 90-minütigen Führung mit dem Museum Industriekultur können Besucher die Geschichte und Bedeutung des Windparks und der Windenergie näher kennenlernen und erfahren Details zum Bau und zum Repowering. Dabei werden die Anlagen besichtigt - wetterangepasste Kleidung und gutes Schuhwerk sind also zu empfehlen.

Als kleinen Bonus gibt’s eine tolle Aussicht über die Stadt Osnabrück. Die Betrachtung der Anlagen von innen oder ein Aufstieg sind aus Sicherheitsgründen leider nicht möglich.

Museum Industriekultur Osnabrück
Haseschachtgebäude
Fürstenauer Weg 171, 49090 Osnabrück

Öffnungszeiten

Die Führungen finden jeden zweiten Sonntag im Monat zwischen April und Oktober statt

Eintrittspreise
Die Teilnahme ist kostenlos. Allerdings ist eine Anmeldung beim Museum für Industriekultur unbedingt erforderlich: Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr unter 0541/122447

Im Enercon-Besucherzentrum im EEZ Aurich können Besucher das Maschinenhaus einer Drei-Megawatt-Anlage aus der Nähe bestaunen.

Technik im Original: Das Enercon-Besucherzentrum im EEZ Aurich

Ganz dicht dran an die Technik kommen Besucher im Enercon-Besucherzentrum, das Teil des Energie-, Bildungs- und Erlebniszentrums (EEZ) ist. Zu bestaunen gibt es Originalteile von Enercon-Windenergieanlagen, darunter das Maschinenhaus einer Drei-Megawatt-Anlage, ein Rotorblatt sowie Fertigteile eines Betonturmes.

Filme erläutern die Geschichte des Unternehmens und erklären die Technik. Besondere Einblicke bietet zudem die gläserne Ausbildungswerkstatt, die Enercon am Besucherzentrum betreibt. Wer mehr erfahren will, kann an einer Führung teilnehmen, zu der eine telefonische Anmeldung unter 04941/91872900 erforderlich ist.

Das EEZ bietet zusätzlich in sieben Themenkreisen viele Informationen und Exponate zur Energieerzeugung und zu den Herausforderungen der modernen Energieversorgung. Im interaktiven Energie-Spiel können die Besucher ihre eigene Energiewende gestalten.

EEZ und Enercon-Besucherzentrum
Osterbusch 2, 26607 Aurich
www.eez-aurich.de

Öffnungszeiten
Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

Eintrittspreise Enercon-Besucherzentrums
Kostenlos
Kontakt: besucherzentrum@enercon.de, Tel. 04941/91872900.

Eintrittspreise EEZ
Erwachsene: 10 Euro
Ermäßigt 8,50 Euro
Familien 32 Euro
Kinder unter sechs Jahren: Freier Eintritt.

Noch mehr Ausflugstipps im Baedecker-Reiseführer Erneuerbare Energien

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist und noch mehr Anregungen für Ausflüge und Erlebnisse rund um die erneuerbaren Energien sucht, kann auf einen ganzen Reiseführer zurückgreifen.

Der Baedecker Deutschland, Erneuerbare Energien zeigt mehr als 190 Ausflugsziele oder Sehenswürdigkeiten zu den Themen Klimaschutz und regenerative Stromerzeugung in ganz Deutschland.

Von der Energieinsel Pellworm ganz im Norden bis Ökomodell Achental an der österreichischen Grenze, von der IBA-Energielandschaft auf ehemaligen Braunkohletagebauen im Osten Brandenburgs bis zum Wunderland Kalkar, in Westen Nordrhein-Westfalens, wo auf dem Gelände des niemals in Betrieb gegangenen „Schnellen Brüters“ jetzt ein Freizeitpark entstanden ist.

Wissenswertes zum den Erneuerbaren und eine Kartenteil zur Orientierung ergänzen die Ausflugtipps.

Deutschland. Erneuerbare Energien erleben, Baedeker Reiseführer, ISBN: 9783829714952, 2. Auflage 2014, 16,99 Euro.

Ricarda Schuller
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