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Thema Mensch und Umwelt

22. Sep. 15

In der Offshore-Branche arbeiten nicht nur Techniker

Bei Wind und Wetter unterwegs, auf hohen Anlagen mit schwerem Gerät - so sieht das klassische Bild eine Arbeiters in der Offshore-Windindustrie aus. Doch die Branche bietet für fast jedes Talent ein Betätigungsfeld.

Die Offshore-Branche bietet für unterschiedlichste Talente Karrierechancen. Raumplaner, Juristen und Verwaltungsangestellte arbeiten oft vom Büro aus.

Die Arbeit an einem Offshore-Windpark beginnt nicht auf See, sondern im Büro. Und deshalb werden in der Planungsphase weniger die rauen Kerle mit den großen Schraubenschlüsseln gebraucht, sondern eher Projektentwickler: Raumplaner und Meteorologen, Geologen und Biologen, Juristen und Verwaltungsangestellte.

„In der Projektentwicklung braucht man erfahrene Planungsingenieure, aber auch andere Experten beispielsweise Ornithologen, die vogelkundliche Gutachten erstellen, oder Meeresbiologen für Umweltverträglichkeitsprüfungen“, sagt Kirsten Neumann, Mitarbeiterin am Institut für Innovation und Technik.

Geologen untersuchen die Bodenbeschaffenheit, Biologen werten Gutachten aus. Meteorologen werden für Windgutachten und Messungsauswertungen gebraucht. Juristen und Kaufleute sind zuständig für Vertragsabschlüsse, den Einkauf von Material und Maschinen.

Geht es dann an die Errichtung, kommen die Techniker und Facharbeiter ins Spiel. Mechatroniker, Elektroniker, Taucher, Kranführer und Schweißer etwa werden für den Aufbau von Umspannwerken, Fundamenten und Anlagen gebraucht.

Auch Piloten haben Karrierechancen im Bereich Offshore: Sie bringen Techniker zu ihren Einsätzen auf hoher See.

Nautische Berufe gefragt

Da die gesamte Zulieferung der Anlagen, Kabel und Fundamente per Schiff erfolgt, spielen auch nautische Berufe eine wichtige Rolle in der Offshore-Windenergie. Der Kapitän eines Errichterschiffes etwa trägt die Verantwortung für den gesamten Schiffsbetrieb. Der Leiter der Maschinenanlage sorgt für den reibungslosen Ablauf des Maschinenbetriebs des Schiffes und der Schiffsmechaniker leistet an Deck oder im Maschinenraum seinen Dienst. Er sorgt dafür, dass die Maschinen wie am Schnürchen laufen und korrekt bedient werden.

Und auch wenn der Park in Betrieb ist, sind unterschiedlichste Berufsgruppen im Einsatz, damit der Strom zuverlässig produziert und transportiert wird. „Bei uns kann man etwa sagen, dass zwei Drittel draußen auf See arbeiten, und ein Drittel ,von drinnen‘ Support liefert“, sagt Matthias Brandt, Vorstand der Deutschen Windtechnik, ein Unternehmen, dass neben Onshores-Service auch Service für Offshore-Windparks anbietet.

Ingenieure loten technische Verbesserungspotenziale an technischen Lösungen aus, Büroangestellte, kümmern sich um Dokumentation und Arbeitsvorbereitung. Elektrofachkräfte überwachen aus der Ferne Offshoreeinsätze, unterstützen bei der Koordination von Personal und Material, analysieren und beheben leichtere Fehler.

Draußen auf hoher See sind dann die Servicetechniker in Einsatz, die ebenfalls in der Regel eine Ausbildung als Mechatroniker, Mechaniker oder Elektroniker gemacht haben. Helikopterpiloten bringen Servicekräfte zu ihren Einsätzen.

Doch so unterschiedlich Berufe, Aufgaben und Einsatzorte in der Offshore-Branche sind, es gibt Dinge, die alle vereinen. Die Branche ist international, die Arbeitssprache, zumal auf See, ist häufig Englisch. Und eines müssen natürlich auch alle mitbringen: eine gewisse Vorliebe für Wasser.

Ricarda Schuller
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