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Thema Mensch und Umwelt

23. Sep. 16

Draußen daheim

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Einsatz im Morgengrauen: Kurz nach Sonnenaufgang liegt die „Edda Fjord“ im Offshore-Windpark Borkum Riffgrund 1, gut 54 Kilometer von der Nordseeküste entfernt. Das Schiff mit seinem rotem Rumpf, den gelben Aufbauten und dem Helikopterdeck ist die Basis …
… für Teams von Siemens und Dong Energy, die hier in den Sommermonaten mit der Wartung des Windparks beschäftigt sind. Rund 70 Männer und Frauen leben und arbeiten an Bord der „Edda Fjord“, die 2002 in Norwegen vom Stapel lief. Neben dem großen Arbeitsschiff …
… sind in der Regel zwei Katamarane im Windpark stationiert, die sogenannten Crew Transfer Vessels (CTV). Sie legen regelmäßig an der „Edda Fjord“ an, um Wartungsteams an Bord zu nehmen, die sie anschließend zur Arbeit auf die Windräder bringen. Der heikelste Part dabei …
… ist der Überstieg. Dazu presst der Kapitän das CTV mit viel Schub gegen die Bordwand der „Edda Fjord“, um eine möglichst stabile Lage zu erreichen. Heute ist das Wetter gut und das Manöver einfach. Bei hohem Wellengang sieht das jedoch anders aus. Die Beladung erfolgt …
… mithilfe eines Krans der „Edda“. In den orangefarbenen Seesäcken befindet sich das Material, das die Wartungstrupps während ihrer Zwölf-Stunden-Schichten auf den Windrädern benötigen. Rund um die Uhr übernehmen die CTV einen Taxidienst im Windpark und zur Festlandsbasis in Norddeich. Es gibt aber noch eine zweite Möglichkeit, Trupps auf die Windräder zu bringen …
… das sogenannte Uptime. Das ist eine ausfahrbare Gangway auf einem Turm, der eigens für den Einsatz im Windpark auf der „Edda“ installiert wurde. Das Arbeitsschiff fährt dazu langsam an das Windrad heran – bei starker Strömung und hohen Wellen Schwerstarbeit für den Steuermann. Anschließend …
… wird die Gangway in luftiger Höhe am sogenannten Transition Piece des Windrads befestigt und die Monteure können übersteigen. Man sollte in diesem Job keine Höhenangst haben. Die Verantwortung an Bord der „Edda Fjord“ trägt …
… der norwegische Kapitän Pål-F Hjelmeland. Er ist mit seinem Schiff nicht nur in Offshore-Windparks im Einsatz, sondern auch in der Öl- und Gasindustrie. Dazu kann die „Edda“ je nach Bedarf umgerüstet werden. Gewöhnlich ist das Schiff auf eine 90-köpfige Besatzung ausgerichtet. Im Golf von Mexiko allerdings …
… waren es auch schon mal 210 Mann. Möglich wurde das mithilfe von 16 an Deck übereinandergestapelten Wohn- und Bürocontainern. Diesmal sind nur sechs solcher Container im Einsatz. Auf ihrem Dach befindet sich ein Sonneneck. Für Entspannung und Zeitvertreib …
… stehen an Bord zudem zwei kleine Fitnessräume, eine Sauna, und zwei Aufenthaltsräume mit Fernseher sowie Xbox und Playstation zur Verfügung. Insgesamt aber sind die Verhältnisse beengt, wie dieser Blick …
… in eine Doppelkabine zeigt. Die obere Koje kann an die Wand hochgeklappt werden, wenn sie nicht belegt ist. Meist liegt die „Edda“ stabil im Wasser. Im Sturm schaukeln die Kojen allerdings heftig. Bei einer Atlantiküberquerung sollen die Wellen schon bis auf das Helikopterdeck geschlagen haben. Warum man sich das antut? Vielleicht ...
… weil Ausblicke wie dieser immer wieder für die schwere Arbeit entschädigen: ein Sonnentuntergang über dem Windpark Borkum Riffgrund 1.

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