Das Portal für Offshore-Windenergie

Thema Faszination und Technik

07. Okt. 15

Wenn es darum geht, einen Offshore Windpark zu bauen und zu betreiben, kommen rund 30 verschiedene Schiffstypen zum Einsatz.

Vom Winde verweht – von wegen!

Windkraftanlagen überzeugen mit schnellen energetischen Rücklaufzeiten. Nur für Bau und Errichtung wird Energie aufgewendet. Einmal in Betrieb, kommt die Anlage im Gegensatz zu fossilen Kraftwerken ohne Brennstoffe aus.

Wenn es darum geht, einen Offshore Windpark zu bauen und zu betreiben, kommen rund 30 verschiedene Schiffstypen zum Einsatz.

Laut Lebenszyklusanalysen amortisieren sich Windparks im Hinblick auf ihre Energiebilanz nach drei bis sieben Monaten. Danach produzieren sie über die restliche Lebensdauer ein Vielfaches der eingesetzten Energie. Trotz des höheren Materialaufwandes für Offshore Windkraftanlagen dauert der ökologische Ausgleich nur geringfügig länger als für Windparks an Land.

Im Mittelpunkt dieser Diskussion ist der Verbrauch von tausenden Tonnen Stahl, der zum wichtigsten Werkstoff bei der Installation einer Offshore Windkraftanlage benötigt wird. Über 90 Prozent der Bestandteile werden daraus hergestellt. Hinzu kommt die stählerne Gründungsstruktur der Windräder. In großen Wassertiefen kommen Stahlfundamente zum Einsatz. Diese wiegen je nach Wassertiefe zwischen 500 und 1000 Tonnen. Überwiegend werden Monopiles, einzeln stehende Stahlpfähle mit einem Gewicht von bis zu 950 Tonnen in bis zu 30 Meter Tiefe in den Meeresboden gerammt. Ab 50 Metern werden sogenannte Jackets installiert, viereckige Fachwerkkonstruktionen aus Stahlrohren.

Bevor der Turm der Offshore Windkraftanlage installiert werden kann, wird ein rund 150 Tonnen schweres Übergangsstück auf den Monopile geschoben. Nach der Errichtung des Turmes werden die Gondel und der Rotor montiert. Damit der Offshore Wind in Energie umgewandelt werden kann, werden extrem lange Rotorblätter angebracht. Diese sind mit kohlefaserverstärktem Kunststoff (CfK) ummantelt und bestehen im Wesentlichen aus Balsaholz. Dieser Naturstoff zeichnet sich durch seine extrem geringe Dichte aus. Somit machen die gigantischen Rotorblätter einer Offshore Windkraftanlage nur sechs Prozent des Gesamtgewichtes aus.

Neben Stahl und CfK wird unter anderem Kupfer in den Motoren und Leitungssystemen sowie Aluminium in den Transformatoren verwendet. Hinzu kommen  diverse Gummidichtungen und Schmiermittel. Tonnenschwere Lasten, die mit Errichter-Schiffen aufs offene Meer transportiert werden. Wenn es darum geht, einen Offshore Windpark zu bauen und zu betreiben, kommen rund 30 verschiedene Schiffstypen zum Einsatz. Im Vorfeld werden Schiffe zur Bodenerkundung benötigt. Diese nehmen Bodenproben, um einen sicheren Stand der Plattform zu gewährleisten. Gegebenenfalls müssen Munitionsreste geborgen werden. Kabelleger verlegen dicke Gleichstromverbindungen im Meeresboden. Mannschafts- oder Hotelschiffe beherbergen  die Baucrew, später das Wartungsteam.

Schnelle Transportschiffe bringen Techniker oder Material vom Hafen in den Windpark. Solche Spezialschiffe lösen diverse Probleme, die mit der Lage der Offshore Windkraftanlagen auf hoher See verbunden sind. Denn die Wartungs- und Reparaturmaßnahmen müssen erledigt werden, wenn die Anlagen auf Hochbetrieb laufen.

Steffen Kück
Artikel speichern gespeichert

Artikel zur Merkliste hinzugefügt