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07. Aug. 17

Alle deutschen Offshore-Windparks im Überblick

Seit 2010 die ersten Windräder in deutschen Gewässern ans Netz gingen, hat der Ausbau der Offshore-Windkraft gewaltige Fortschritte gemacht. Derzeit liefern mehr als 1000 Anlagen in der Nord- und Ostsee bis zu gut 4700 Megawatt Strom. Das entspricht der Leistung von vier großen Atomkraftwerken.

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Quelle: EWE

Alpha Ventus

Während sich im dänischen Vindeby bereits 1991 Windräder auf See drehten, dauerte es in Deutschland fast 20 Jahre länger bis zur Inbetriebnahme des ersten Offshore-Windparks. Im August 2009 begann der Probebetrieb der ersten drei von insgesamt zwölf Anlagen von Alpha Ventus, knapp 45 Kilometer nordwestlich von Borkum in der Nordsee. Im April 2010 feierten die Betreiber EWE, Eon und Vattenfall die offizielle Inbetriebnahme des Parks mit einer Kapazität von 60 Megawatt.

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Quelle: 50Hertz

Baltic 1

Gut ein Jahr später ging auch in der deutschen Ostsee der erste Offshore-Windpark in Betrieb. Bauherr und Eigentümer ist der Energiekonzern EnBW aus Baden-Württemberg. Im Vergleich zu den Windrädern in der Nordsee steht Baltic 1 deutlich näher am Festland – bis zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst sind es gut 16 Kilometer. Grund für die größeren Distanzen in der Nordsee ist der Nationalpark Wattenmeer, der als Standort für Windparks nicht infrage kommt. Die 21 Windräder von Baltic 1 haben eine Kapazität von insgesamt 48,3 Megawatt.

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Quelle: Picture-Alliance / dpa

Bard Offshore 1

Parallel zum Bau von Alpha Ventus lief in der Nordsee der von Bard Offshore 1 fast 90 Kilometer nordwestlich von Borkum mit 80 Anlagen und einer Kapazität von 400 Megawatt. Die ersten Windräder gingen 2010 ans Netz, bis zur Fertigstellung des kompletten Windparks dauerte es aber noch bis August 2013. Schlechtes Wetter und Probleme mit dem Baugrund sollen zu der Verzögerung und damit auch zu deutlich höheren Kosten geführt haben. Der Bauherr, die Bard-Gruppe aus Emden, meldete Ende 2013 Insolvenz an. Eigentümer ist heute die Firma Ocean Breeze, betrieben wird der Park von Offshore Wind Solutions.

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Quelle: EWE / Matthias Ibeler

Riffgat

Auch der Windpark Riffgat liegt nordwestlich von Borkum, allerdings nur rund 15 Kilometer entfernt. Zwar feierten die Eigentümer EWE aus Oldenburg und Enova aus Ostfriesland nach nur 14 Monaten Bauzeit schon im August 2013 die Einweihung des Windparks. Bis die 30 Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 108 Megawatt ihren Strom ins Netz einspeisen konnten, dauerte es allerdings noch bis Februar 2014. Der Grund für die Verzögerung: Der Netzbetreiber Tennet musste die vorgesehene Trasse für den Kabelanschluss ans Festland zunächst von Tonnen von Munition aus dem Zweiten Weltkrieg befreien.

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Quelle: WindMW

Meerwind

Der 24 Kilometer nordwestlich von Helgoland gelegene Windpark Meerwind bestand ursprünglich aus zwei getrennten Projekten: Meerwind Süd und Meerwind Ost. 2012 fasste der Eigentümer WindMW die Parks mit ihren zusammen 80 Windrädern und einer Gesamtkapazität von 288 Megawatt zu einem Projekt zusammen. Die offizielle Einweihung fand im November 2014 am Firmensitz von WindMW in Bremerhaven statt. 80 Prozent des Unternehmens gehörten bis 2016 dem US-Finanzinvestor Blackstone, der seine Anteile aber an den chinesischen Energiekonzern China Three Gorges Corporation verkaufte. Die übrigen 20 Prozent liegen bei der Windland Energieerzeugungs GmbH.

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Quelle: Vattenfall

Dan Tysk

Gut ein halbes Jahr nach Meerwind begingen der schwedische Energiekonzern Vattenfall und die Stadtwerke München im April 2015 die feierliche Eröffnung ihres ersten Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee. Die ersten der insgesamt 80 Windräder von Dan Tysk speisten ihre Energie allerdings schon im Dezember 2014 ins Stromnetz ein. Neben Vattenfall sind auch die Stadtwerke München mit 49 Prozent an dem Projekt beteiligt. Insgesamt kann der Windpark bis zu 288 Megawatt Strom liefern.

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Baltic 2

Im Frühjahr 2015 feierte EnBW die Inbetriebnahme seines zweiten Windparks in der Ostsee. Obwohl zwischen der Fertigstellung beider Projekte nur rund dreieinhalb Jahre lagen, sind die Dimensionen von Baltic 2 ganz andere. Die Zahlen verdeutlichen den Technologiesprung, den die Branche in dieser Zeit geschafft hat: Die 80 Windräder von Baltic 2 sind mit einer Nabenhöhe von 78 Meter über dem Meeresspiegel gut ein Drittel größer als die von Baltic 1, insgesamt kann der Park mit 288 Megawatt gut sechsmal mehr Strom erzeugen. Zudem liegt er gut doppelt so weit draußen im Meer: 32 Kilometer nördlich von Rügen.

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Quelle: Innogy

Nordsee Ost

Direkt nördlich des WindMW-Parks Meerwind ragen die 48 Anlagen von Nordsee Ost aus dem Wasser. Sie kommen auf eine Kapazität von 295 Megawatt. Ursprünglich vom Energiekonzern RWE gebaut, gehört der Park heute zum Portfolio der Tochtergesellschaft Innogy. Baubeginn war 2012, die offizielle Einweihung fand im Mai 2015 statt. Nordsee Ost ist neben Meerwind und Amrumbank West einer der drei Windparks, die von Helgoland aus betrieben werden. Die Entfernung bis zur Insel beträgt rund 30 Kilometer.

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Quelle: Trianel Windkraftwerk Borkum

Trianel Windpark Borkum

Hinter diesem zunächst als Borkum West II bekannten Windpark steht ein Konsortium aus 33 Stadtwerken unter der Führung des Aachener Energieversorgers Trianel. Bislang speist erst ein Bauabschnitt seinen Strom ins Netz ein: 40 Fünf-Megawatt-Turbinen, die im Juli 2015 offiziell in Betrieb gingen. Die Einweihung des zweiten Abschnitts ist für 2019 geplant. Er soll 32 Anlagen mit je 6,2 Megawatt Leistung umfassen. Daran beteiligt sind neben Trianel 17 Stadtwerke, die zusammen auf 37,99 Prozent kommen, der Energieversorger EWE (37,5 Prozent) sowie die Zürcher Elektrizitätswerke und Fontavis (24,51 Prozent).

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Quelle: Picture-Alliance / dpa

Butendiek

Der knapp 35 Kilometer westlich von Sylt gelegene Windpark Butendiek war zwar nach Alpha Ventus bereits der zweite, der eine Betriebsgenehmigung erhielt. Baubeginn war allerdings erst im Frühjahr 2014. Hintergrund dafür waren Finanzierungsprobleme der Bürgergesellschaft, die Butendiek ursprünglich realisieren wollte. Erst als das Bremer Windkraftunternehmen WPD einsprang, nahm das Projekt Fahrt auf. Vollständig am Netz waren die 80 Anlagen im August 2015. Sie haben eine Kapazität von 288 Megawatt, was rechnerisch genügt, um rund 370.000 Haushalte mit Strom zu versorgen.

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Quelle: Global Tech I

Global Tech I

Mit seiner abgeschiedenen Lage rund 93 Kilometer nordwestlich der Insel Juist ist Global Tech I einer der am weitesten vom Festland entfernt geplanten Windparks überhaupt. Eigentümer der 80 Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 400 Megawatt ist Wetfeet Offshore Windenergy, eine Tochterfirma des zwischenzeitlich in die Insolvenz gerutschten Windparkentwicklers Windreich aus der Nähe von Stuttgart. Die offizielle Eröffnung war im September 2015. In einem nächsten Abschnitt ist der Bau von 240 weiteren Windrädern geplant.

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Quelle: Eon

Amrumbank West

Der Windpark Amrumbank West steht gut 35 Kilometer nordwestlich von Deutschlands einziger Hochseeinsel Helgoland. Hier hat der Betreiber Eon auch die Basisstation errichtet, von der aus er die 80 Windräder überwacht und wartet – der Weg vom Festland wäre zu weit. Die 80 Turbinen haben eine Leistung von je 3,6 Megawatt (insgesamt 288 Megawatt), was zur Zeit der Fertigstellung von Amrumbank West im Oktober 2015 durchaus üblich war, auch wenn bei Alpha Ventus und Bard Offshore 1 bereits Fünf-Megawatt-Turbinen zum Einsatz kamen. Inzwischen werden Anlagen mit einer Leistung von acht Megawatt erprobt.

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Quelle: Volker Kühn

Borkum Riffgrund 1

Ebenfalls im Oktober 2015 nahm der dänische Energiekonzern Dong Energy, der auch das Portal Energie-Winde finanziert, seinen ersten Windpark in deutschen Gewässern in Betrieb. Borkum Riffgrund 1, gut 37 Kilometer vor der ostfriesischen Insel Borkum gelegen, besteht aus 78 Windrädern, die mit Vier-Megawatt-Turbinen bestückt sind, und kommt damit auf eine Leistung von 312 Megawatt. Der Betreiber Dong hält 50 Prozent an dem Windpark, weitere Investoren sind der Lego-Mutterkonzern Kirkbi Invest und William Demant Invest.

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Quelle: Dong Energy

Gode Wind 1 und 2

Im August 2012 hat sich Dong Energy die Rechte an den bis dahin vom Windparkprojektierer PNE entwickelten Parks Gode Wind 1 und 2 gesichert. Statt die beiden benachbarten Projekte einzeln voranzutreiben, entschieden sich die Dänen, beide Parks zeitgleich zu bauen, um Synergien heben zu können. Zusammen haben die 97 Windräder eine Kapazität von 582 Megawatt, was rechnerisch genügt, um eine Großstadt wie Köln zu versorgen. Offiziell eingeweiht wurde der Windpark Ende Juni 2017 mit einem Festakt in der dänischen Botschaft in Berlin.

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Sandbank

Nur einen knappen Monat später, Ende Juli 2017, feierten Vattenfall und die Stadtwerke München die Einweihung ihres Windparks Sandbank, der rund 90 Kilometer westlich von Sylt liegt. Die 72 Vier-Megawatt-Turbinen liefern zusammen bis zu 288 Megawatt Strom. Der Basishafen für Sandbank ist das dänische Esbjerg, das sich in den vergangenen Jahren zu einem der bedeutendsten Offshore-Windkraftzentren überhaupt entwickelt hat. Serviceschiffe benötigen von hier bis in den Windpark rund drei Stunden.

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Quelle: Veja Mate Offshore Project

Veja Mate

Die offizielle Einweihung steht noch aus, der Probebetrieb im Windpark Veja Mate läuft aber bereits. Gebaut wurden die 67 Windräder mit jeweils 6,2 Megawatt Leistung von einem Konsortium aus Siemens, der Highland Group aus den USA und Copenhagen Infrastructure Partners. Zusammen kommen die Anlagen, die gut 130 Kilometer nördlich der niederländischen Stadt Eemshaven in deutschen Gewässern liegen, auf eine Kapazität von 402 Megawatt.

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