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07. Feb. 18

Die Turbinen-Titanen

Fast fünf Megawatt an Land, mehr als acht auf See: Die Leistung von Windrädern durchbricht immer neue Grenzen. Der harte Wettbewerb in der Branche hat daran entscheidenden Anteil. Diese Übersicht stellt die Hersteller einiger der stärksten Windkraftturbinen vor, die in Europa auf dem Markt sind.

Quelle: Nordex SE

Nordex

Das börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Rostock und Hamburg ist in den vergangenen Jahren vor allem in einem Marktsegment stark gewachsen: dem für Turbinen, die Regionen mit eher wenig Wind erschließen. Entsprechend entstand ein großer Teil neuer Nordex-Windräder im Süden Deutschlands. Der Heimatmarkt bleibt wichtig für Nordex – das Unternehmen ist aber auch international vertreten, etwa mit Niederlassungen in China und den USA. Die leistungsstärkste Nordex-Turbine liefert einen Ertrag von bis zu 4,5 Megawatt. Das Foto zeigt den Transport der gewaltigen Gondel einer 3,3-Megawatt-Anlage.

Quelle: dpa

Enercon

Genau wie Nordex baut auch der Branchenpionier Enercon aus dem ostfriesischen Aurich ausschließlich Turbinen für Onshore-Windräder. Die Anlagen unterscheiden sich in mehrfacher Hinsicht von denen der Rivalen. Am auffälligsten ist das tropfenförmige Design, schön zu erkennen auf diesem Bild einer offenen Gondel auf der Hannover-Messe. Entworfen hat es der britische Stararchitekt Sir Norman Foster. Eine Besonderheit ist daneben das getriebelose Antriebskonzept. Die stärkste serienmäßige Turbine des Dauermarktführers in Deutschland kommt laut dem Bundesverband Windenergie auf einen Ertrag von bis zu 4,2 Megawatt.

Quelle: Ørsted

Vestas

Der dänische Windkraftkonzern Vestas ist sowohl onshore als auch offshore im Geschäft. Die aktuell stärksten Turbinen kommen unter anderem im Offshore-Windpark Burbo Bank vor Liverpool in der Irischen See zum Einsatz (im Foto). Bei Idealbedingungen liefern sie einen Ertrag von knapp über acht Megawatt. Prototypen der Dänen schicken sich bereits an, die Zehn-Megawatt-Schallmauer zu durchbrechen. Nach Angaben des Konzerns könnte eine einzige Turbine dieses Typs rechnerisch mehr als 8000 Haushalte mit Strom versorgen. Onshore-Windräder von Vestas kommen auf eine Leistung von bis zu 4,2 Megawatt.

Quelle: www.siemens.com/presse

Siemens Gamesa

In ähnlichen Größenordnungen ist Siemens Gamesa unterwegs, hervorgegangen aus der Fusion der Windkraftsparte von Siemens mit dem spanischen Rivalen Gamesa. Das Flaggschiff des Konzerns in der Offshore-Windkraft hat eine maximale Leistungskapazität von acht Megawatt. Onshore-Windräder schaffen 4,2 Megawatt, Prototypen kratzen bereits an der Fünf-Megawatt-Grenze. Gerade in eher windschwachen Regionen an Land ergibt es aber nicht immer Sinn, die stärkste Turbine einzusetzen, deren Maximalleistung so gut wie nie abgerufen wird. Aus Kosten-Nutzen-Sicht empfehlen sich hier oft kleinere, günstigere Anlagen.

Quelle: Adwen / P. Béglez

Adwen

In zahlreichen Offshore-Anlagen arbeiten die Turbinen des Herstellers Adwen, etwa im Windpark Wikinger in der Ostsee. Weitere werden allerdings nicht hinzukommen: Adwen ist künftig eine reine Servicegesellschaft für die Wartung bestehender Parks, die Produktion wird abgewickelt. Hintergrund ist die Historie von Adwen: Keimzelle des Unternehmens war die deutsche Firma Multibrid, die später vom französischen Atomkonzern Areva übernommen und dann an Gamesa verkauft worden war. Nach der Fusion von Siemens und Gamesa konzentriert sich der neue Konzern auf die eigenen Anlagen.

Quelle: Senvion

Senvion

Das bis 2014 als Repower bekannte Unternehmen Senvion gehört zu den Herstellern, die sowohl Onshore- als auch Offshore-Turbinen liefern. Das leistungsstärkste Modell ist eine 6,2-Megawatt-Anlage, die unter anderem im Offshore-Windpark Nordsee Ost zum Einsatz kommt (im Foto). An Land errichtet Senvion Windräder mit einer Leistung von bis zu 3,4 Megawatt. In Deutschland lag das an der Frankfurter Börse notierte Unternehmen laut Brancheninformationen mit einem Marktanteil von 9,4 Prozent zuletzt auf Rang vier hinter Enercon (37,7), Vestas (23,8) und Nordex (14,3), aber noch vor GE (8.8) und Siemens (3,2).

Quelle: GE Renewable Energy

GE

Das europäische Windenergiegeschäft des US-Giganten GE hat seinen Sitz im niedersächsischen Salzbergen. Hier und an einigen anderen Standorten in Europa produziert das Unternehmen Onhsore-Windräder mit einer maximalen Leistung von 3,8 Megawatt. Seine Position im Offshore-Geschäft hat GE durch die Übernahme der Energiesparte des französischen Konzerns Alstoms gestärkt. Die Sechs-Megawatt-Turbinen kommen unter anderem im Projekt Block Island zum Einsatz, dem ersten Offshore-Windpark der USA, der 2016 vor der Küste des Bundesstaats Rhode Island in Betrieb ging.

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